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KI-gestützte Recherche in Recht und Steuern: ein Projektbeispiel
Ein Projekt bei einem Anbieter juristischer Informationssysteme verbindet Recherche, Analyse und Formulierungsvorschläge auf Basis eigener Fachinhalte.

Für Kanzleien und Fachabteilungen beginnt eine Recherche oft mit einer konkreten Frage. Die Antwort liegt jedoch verteilt in Fachtexten und Datenquellen. KI kann helfen, passende Informationen zusammenzustellen und erste Formulierungen vorzubereiten. Die fachliche Bewertung bleibt bei den zuständigen Personen.
Ausgangslage des Projekts
Bei einem Anbieter juristischer Informationssysteme wurden KI-Funktionen für die Recherche in eigenen Fachinhalten entwickelt. Der ursprüngliche Projektbericht vom Januar 2025 beschrieb eine Plattform in einer geschlossenen Beta-Phase. Ausgewählte Nutzer konnten dort Recherche, Analysen und Formulierungsvorschläge erproben.
Das hier dargestellte Projektbeispiel bezieht sich auf diesen damaligen Stand. Der Anbieter bleibt ungenannt; eine heutige Produktverfügbarkeit wird damit nicht beschrieben.
Welche Aufgaben die KI unterstützen sollte
Die Plattform sollte umfangreiche interne Inhalte für Rechts- und Steuerfragen zugänglich machen. Dazu gehörten die Recherche nach relevanten Informationen, die Analyse von Dokumenten und die Vorbereitung von Formulierungsvorschlägen.
Ein weiterer Bestandteil war die Extraktion von Informationen aus komplexen Rechtsdokumenten und strukturierten Datenquellen. Zusätzlich beschrieb der Bericht eine spezialisierte Lösung für steuerrechtliche Recherchen innerhalb des Informationssystems.
Für Anwender ergibt sich daraus ein möglicher Arbeitsablauf: Eine Frage eingrenzen, passende Inhalte zusammenstellen und die vorgeschlagene Antwort anhand der zugrunde liegenden Quellen prüfen. Ob das im konkreten Fall Zeit spart, hängt auch davon ab, wie viel Prüfung und Nacharbeit das Ergebnis erfordert.
Was für die Bewertung der Ergebnisse fehlt
Der bisherige Bericht nennt keine nachvollziehbare Vergleichsmessung mit Aufgaben, Stichprobe und Prüfverfahren. Eine allgemeine Quote zur Zeitersparnis lässt sich daraus nicht ableiten. Ebenso wenig ist damit belegt, dass sämtliche Ergebnisse korrekt oder unmittelbar zitierfähig sind.
Für einen belastbaren Vergleich sollten dieselben Rechercheaufgaben einmal mit dem bisherigen Verfahren und einmal mit KI-Unterstützung bearbeitet werden, wobei zur Bearbeitungszeit auch die Quellenprüfung und notwendige Korrekturen gehören. Neben dem Aufwand sind übersehene Informationen, falsche Fundstellen und fachliche Fehler zu erfassen.
So lässt sich beurteilen, bei welchen Aufgaben die Unterstützung nützlich ist und wo zusätzliche Kontrollen nötig sind. Tempo allein reicht dafür nicht aus.
Quellen und fachliche Freigabe gehören zum Ablauf
Bei einer eigenen Umsetzung sollte jede wesentliche Aussage zur verwendeten Quelle zurückführen. Ihr Team muss prüfen können, ob die Fundstelle die Aussage trägt und für die konkrete Frage einschlägig ist. Vertrauliche Inhalte dürfen nur im vereinbarten Rahmen verarbeitet werden; Berechtigungen begrenzen den Zugriff.
Welche Grenzen eine Dokumentenauswertung haben kann und wie sich ihre Abdeckung prüfen lässt, erläutert der Beitrag zum Harry-Potter-Demonstrator und RAG. Eine gezielte Wissenssuche und die vollständige Prüfung eines Dokumentbestands stellen unterschiedliche Anforderungen.
Das Projektbeispiel zu einem KI-Chatbot für Steuerinformationen beschreibt einen anderen Einsatz: Ein Verlag wollte seine Fachinhalte für Fragen von Endkunden zugänglich machen. Der Recherche-Leitfaden zeigt, wie Fachpersonen Quellen und Ergebnisse prüfen können.
Was sich für Ihr Unternehmen daraus ableiten lässt
Auch außerhalb von Kanzleien kann eine ähnliche Frage entstehen: Wie findet Ihr Team Informationen in freigegebenen Unterlagen und bereitet daraus einen prüfbaren Entwurf vor? Ob sich der Ansatz auf Ihre Arbeitsanweisungen, Vorlagen oder andere Dokumente übertragen lässt, muss anhand Ihrer Daten und Aufgaben geprüft werden. Das juristische Projekt ist kein Nachweis für ein bereits umgesetztes KMU-Projekt.
Im KI-Workshop für Unternehmen klären Sie mit Kai Kramer mögliche Einstiege. Sie erhalten eine kurze Übersicht mit Prioritäten und einer Empfehlung für einen anschließenden Praxistest. Ein ausgewählter Ansatz kann danach als gesonderter PoC umgesetzt werden. Umfang, erforderliche Zugänge und Preis werden separat vereinbart.



